Zum ersten Mal unterwegs mit dem Reisemobil

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Wohnmobil Neulinge
Egal, ob gemietet oder gekauft: Wer seinem ersten Urlaub mit einem Reisemobil entgegenblickt, ist aufgeregt und voller Vorfreude. Doch es gibt auch einige Dinge zu beachten. Folgend beantworten wir die wichtigsten Fragen für Neulinge. 
Welcher Führerschein ist für das Fahren mit einem Reisemobil notwendig?

Ein alter Führerschein Klasse 3 bzw. einer der Klasse B von vor 1999 berechtigt dazu, Reisemobile bis 7,5 Tonnen zu fahren. Mit einer Fahrerlaubnis Klasse B nach 1999 sind nur bis 3,5 Tonnen erlaubt. Für schwerere Fahrzeuge ist die Klasse C1 notwendig bzw. bei vollintegrierten Luxus-Reisemobilen die Klasse B96. Bei gemieteten Reisemobilen kann es zudem Mindestaltersgrenzen wie 21 oder 25 geben oder aber auch eine Mindestzeit, die der Fahrer schon im Besitz eines Führerscheins sein muss.

Was sollte auf keinen Fall im Gepäck fehlen?

Sehr wichtig sind ein CEE Stromkabel, ein Adapter und eine Kabeltrommel – geeignet für die Außennutzung. So kann das Reisemobil auf den Stellplätzen am einfachsten an den Strom angeschlossen werden. Mit Auffahrkeilen kann unebener Untergrund ausgeglichen werden. Eine ausklappbare Sonnenschutzmatte verhindert, dass sich die Fahrerkabine zu sehr aufheizt. Zudem sind Hartschalenkoffer sehr unpraktisch, denn sie nehmen viel Platz weg und lassen sich nur ganz schwer verstauen. Besser sind Sporttaschen, die man leer zusammenlegen kann. Sinnvoll sind auch Handtücher aus Microfaser: Im Nassbereich kann beim Duschen die Luftfeuchtigkeit schnell in die Höhe schießen. Während normale Handtücher dann rasch vollgesogen sind, bleiben Microfaser-Handtücher angenehm trocken – und trocknen nach Gebrauch auch schneller.

Kann man so viel Gepäck mitnehmen, wie man möchte?

Reisemobile mit ihren zahlreichen Verstauungsmöglichkeiten laden dazu ein, zusätzlich noch dieses und jenes mitzunehmen. Die Zuladung ist allerdings begrenzt, oftmals liegt sie bei 400 Kilo – und da zählt auch das Körpergewicht der Reisenden dazu. Besonders beim Familienurlaub sollte also darauf geachtet werden, nicht zu viel Gepäck mitzunehmen. Hilfreich ist auch, den Abwassertank häufig zu entleeren und den Frischwassertank nicht komplett zu füllen, sondern immer nur auf ein notwendiges Maß – das spart Gewicht. Schwere Ladung wie Konserven oder Gasflaschen sollte zudem immer in Bodennähe und möglichst an der Achse verstaut werden, leichte Gegenstände eher oben. Aufbewahrungsboxen verhindern, dass Gegenstände während der Fahrt hin und her rutschen.

Ab- und Frischwasser – wie funktioniert das genau?

Ein Reisemobil hat meist separate Tanks: Zu Beginn der Reise sollte der fürs Frischwasser (zumindest etwas) gefüllt und der fürs Abwasser leer sein. Letzterer füllt sich dann, wenn beim Händewaschen, Duschen und Spülen Wasser verbraucht wird (Grauwasser). Auftanken bzw. Ablassen erfolgt an speziellen Entsorgungsstationen – an Camping- und Stellplätzen, Raststätten oder Tankstellen. Dort gibt es meist einen Schlauchanschluss, um frisches Wasser nachzufüllen, und einen besonderen Gully, in den das Abwasser abgelassen werden kann. Ebenfalls kann dort die Chemietoilette (Schwarzwasser) entleert und gereinigt werden. Auf keinen Fall sollten Grau- oder Schwarzwasser in einen normalen Gully geleitet werden – dann drohen Bußgelder.

Was ist beim Fahren zu beachten?

Bei einem Reisemobil sind Beweglichkeit, das Verhalten in der Kurve, Bremsweg und Sichtverhältnisse anders als bei einem Auto. Selbst Vielfahrer sollten daher im Vorfeld der ersten Reise Probefahrten unternehmen – am besten sogar mit Ladung, um die Fahreigenschaften optimal zu simulieren. Ein paar Manöver wie Wendekreis, Abbiegen, Rangieren und Einparken lassen sich gut auf einem leeren und großen Parkplatz austesten. Ansonsten ist auch ein professionelles Fahr- und Sicherheitstraining auf einem Verkehrsübungsplatz zu empfehlen.

Gibt es neben offiziellen Campingplätzen weitere Möglichkeiten zu übernachten, zum Beispiel, wenn die Plätze wegen der Corona-Pandemie geschlossen haben?

In manchen Regionen bieten Bauern, Winzer oder auch Privatpersonen Stellplätze zur Miete an. Meist ohne Anmeldung ist es möglich, ein oder zwei Nächte auf einem öffentlichen Stellplatz zu verbringen. Diese sind teilweise kostenlos, manchmal muss ein Parkticket gezogen werden. Auch im Servicestandard gibt es Unterschiede: Handelt es sich in manchen Fällen einfach nur um einen Parkplatz, so verfügen andere Stellplätze beispielsweise über einen Wasser- oder Stromanschluss, eine Möglichkeit, die chemische Toilette zu entleeren, Picknickbänke, öffentliche Toiletten oder sogar Duschen. Hier finden Sie weitere Informationen und Tipps zum autarken Campen.

Darf ich mich über Nacht mit dem Reisemobil an den Straßenrand stellen?

Das ist von Land zu Land unterschiedlich. In Deutschland darf man sein Fahrzeug in der Regel bis zu zehn Stunden lang am Straßenrand abstellen, um sich darin auszuruhen – das gilt meist auch über Nacht. Längere Aufenthalte sind jedoch häufig nicht erlaubt.

Gibt es Einschränkungen, auf welchen Parkplätzen man Reisemobile abstellen darf?

Es ist sehr ratsam, auf die Beschilderung zu achten. Ist in Deutschland das Schild “Nur für Pkw” zu sehen, so sind die meisten Reisemobile ausgeschlossen – nur sehr kleine und kompakte Fahrzeuge gelten noch als Pkw. Die entsprechende Grenze liegt bei einem Gewicht von 2,8 Tonnen. Da die meisten Reisemobile mehr wiegen, handelt es sich bei ihnen um Sonder-Kfz. Das ist auch im Kfz-Schein nachzulesen. Steht auf dem Schild “Parkplatz”, so darf dieser auch von Reisemobilen genutzt werden. Allerdings ist meist das Campen nicht erlaubt – es dürfen also beispielsweise keine Tische und Stühle unter der ausgefahrenen Markise aufgestellt werden. Wichtig ist auch, sich die Einfahrt zum Parkplatz genauer anzuschauen. In manchen Fällen sind dort Barrieren angebracht, damit hohe Fahrzeuge nicht auf das Gelände fahren können.

Während der Fahrt herumlaufen oder sich schlafen legen – ist das erlaubt? Und was ist mit Haustieren?

Wie bei anderen Fahrzeugen auch, gilt während der Fahrt eine Anschnallpflicht. Die Zahl der Reisenden ist also auf die Zahl der Sitze mit Anschnallgurt beschränkt. Kleinere Fahrgäste müssen zudem wie im Auto in einem Kindersitz Platz nehmen, Hunde und Katzen in Reiseboxen. Sich im Fahrzeug zu bewegen oder in eines der Betten zu legen, ist nicht erlaubt.

Wie viel Treibstoff verbraucht ein Reisemobil?

Das hängt natürlich von mehreren Faktoren wie dem Fahrzeug- und Motortyp, dem Gewicht, dem Zustand der Reifen und der Fahrweise ab. Als grobe Faustregel muss man etwa mit einem Verbrauch von 9 bis 16 Litern pro 100 Kilometer rechnen.

Ein teilintegriertes Reisemobil von Ahorn Camp auf Master Basis beispielsweise, verbraucht durchschnittlich 9,3 Liter pro 100 Kilometer kombiniert.

Was bedeutet teil- und vollintegriert – und was ist ein Alkoven?

Bei teilintegrierten Modellen ist die Fahrerkabine wie bei dem Fahrzeug, auf dem das Reisemobil ursprünglich basiert. Bei einem vollintegrierten Reisemobil ist auch dieser Bereich vollkommen neu konstruiert. Als Alkoven bezeichnet man die Schlafkammer über der Fahrerkabine – von außen als markante Ausbuchtung gut zu erkennen. Dort können meist zwei Personen bequem übernachten. In die Kabine gelangt man über eine Leiter im Inneren des Fahrzeugs. Wer herausfinden möchte, welcher Reisemobiltyp am besten zu den eigenen Gewohnheiten und Anforderungen passt, findet hier eine gute Entscheidungshilfe.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit Focus Online entstanden.

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